Was ist Kleptomanie?

Mehr Menschen als man annimmt leiden unter Kleptomanie. Kleptomanie ist der Drang stehlen zu müssen, deshalb bezeichnet man Kleptomanie auch als zwanghaftes Stehlen, triebhaftes Stehlen, Stehlsucht, Stehltrieb oder süchtig nach dem Stehlen.

Vorläufer der Bezeichnung Kleptomanie war die Bezeichnung Klopemanie des Schweizer Arztes Andre Matthey. Matthey stellte diesen Ausdruck das erste Mal 1816 im Rahmen seiner Lehre Pathomanie vor. Laut Psychiatrie ist dieses Verhalten laut Verhaltens-forschung abnorm und daher liegt auch eine psychische Erkrankung vor. Personen, die unter Kleptomanie leiden haben abnorme Gewohnheiten und massive Störungen bei der Impulskontrolle.

Kleptomanie geschieht zwanghaft, man will sich meist gar nicht bereichern.

Kleptomanie geschieht zwanghaft, man will sich meist gar nicht bereichern.

Kleptomanie kann vor Gericht strafmildernd wirken

Problematisch ist aber, dass durch die Aufnahme des Begriffes Kleptomanie die Annahme nahe gelegt wird, es handle sich beim Diebstahl um Stehlsucht und der Stehlsucht wird eine psychische Erkrankung zugrunde gelegt. Vor Gericht wirkt sich das fast immer strafmildernd aus.

Kleptomanen wollen sich nicht berreichern

Kleptomanie liegt immer dann vor, wenn eine Person einen oder mehrere Diebstähle ausführt, ohne dass ein Wunsch sich zu bereichern vorliegt. Die unter Kleptomanie leidende Person verspürt einen intensiven Drang zum Stehlen, kann diesen Drang aber nicht kontrollieren. Nach erledigtem Diebstahl folgt ein Abklingen des Druckes, Stehlen zu müssen, und zudem eine spürbare Erleichterung und Abklingen des innerlichen Druckes. Nach kurzer Zeit folgt ein schlechtes Gewissen, was aber nicht vor weiteren Diebstählen abhält.

Stehlen als Ersatzhandlung für unerfüllte Wünsche

Die Ursachen dieses Leidens sind unter Experten umstritten. Während einige der Ansicht sind, dass das Stehlen eine Art Ersatz für unerfüllte Wünsche darstellt, meinen andere, dass dies ein Zwang zum Stehlen sei. Wieder andere meinen Kleptomanie sei eine Art Protest gegen die bestehende Gesellschaft. Um die Sache des Stehlens immer spannender und attraktiver zu machen, gehen viele Stehlsüchtige dazu über immer wertvollere Dinge zu stehlen.

Meist werden Gegenstände gestohlen, die sowieso nicht gebraucht werden, oft werden diese Dinge gesammelt als eine Art Trophäe. Chronische Klepptomanie wird psychoanalytisch oder verhaltenstherapeutisch behandelt und bedarf meist einer längeren Therapie bevor Besserung eintritt.

Wie verläuft eine Therapie bei Kleptomanie?

Der Begriff Kleptomanie wird heute kaum noch verwendet, deshalb wissen die wenigsten Menschen, worum es sich dabei handelt. In der heutigen Zeit wird Kleptomanie als Sucht oder Zwang zum Stehlen bezeichnet. Hierbei geht es um eine psychische Erkrankung, die viele Ursachen haben kann.

Dazu gehören unter anderem ungelöste Konflikte und Defizite sowie Partnerschaftskonflikte oder auch berufliche Probleme. Bei der Krankheit hilft nur eine Therapie, denn das Stehlen dient bei den Betroffenen dazu, die Anspannungen zu reduzieren. Die Befriedigung ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn schnell kommen Schuldgefühle, Scham und Hilflosigkeit. Aus den Gefühlen ergibt sich fast der nächste Diebstahl, ein Teufelskreis, bei dem lediglich eine Therapie helfen kann.

Eine Behandlung ist der einzige Ausweg!

Wer von der Krankheit betroffen ist, sollte sich nicht schämen und eine Therapie beginnen, welche ambulant durchgeführt wird. In den meisten Fällen ist eine stationäre Behandlung nicht nötig. Bei der Psychotherapie wird eine Verhaltenstherapie vorgenommen, bei der die Probleme mit dem Therapeuten aufgedeckt und aufgearbeitet werden. Die Therapie nimmt viel Zeit und Geduld in Anspruch. Sie kann nur erfolgreich sein, wenn der Betroffene mit dem Therapeuten gemeinsam arbeitet.

Zusätzlich wird die Verhaltenstherapie mit einer Hypnosebehandlung unterstützt. Ziel der Behandlung ist, in die Gedanken und Denkprozesse des Betroffenen einzugreifen, wodurch die Lernprozesse gestärkt werden.

Hypnosebehandlung ist ein wichtiger Bestandteil

Mit der Maßnahme wird das Therapieziel sicherer und effektiver erreicht. Des Weiteren wird in der Therapie eine Vorstellungsübung vorgenommen. Hierbei muss sich der Betroffene in eine Situation im Kaufhaus hineinversetzen. Der Erkrankte soll sich eine bevorzugte Abteilung und das Verhalten dabei vorstellen. Hierbei handelt es sich um eine therapeutische Phase, bei der das Verhalten in solchen Situationen gemeinsam erörtert wird. Dabei können falsche Gedanken und Verhaltensweisen aufgeklärt werden.

Ziel ist, Strategien zur Meidung der Verhaltensweisen des Betroffenen zu analysieren. Die Hypnose lässt den Betroffenen die Vorstellungsübungen intensiver erleben und kognitive Veränderungen besser erreichen. Die Therapie ist nicht für eine akute Heilung gedacht, denn dem Betroffenen soll langfristig damit geholfen werden.

Die Krankheit kann sich bereits im Jugendalter entwickeln, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Therapie dauert einige Zeit, jedoch kommt die genaue Dauer auf den Erkrankten und auf die Art der Probleme an. Zudem kann die Krankheit nicht vollständig behandelt werden. Der Betroffene lernt lediglich, wie er mit seinen Problemen umgehen und solche Situationen vermeiden kann. Gerade der Punkt wird bei dem Erkrankten viel Zeit, Kraft und Geduld in Anspruch nehmen.

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